Gutachterkosten erstattungsfähig auch bei Bagatellschaden?

DSC_0015bSind Gutachterkosten auch bei Bagatellschaden erstattungsfähig. Diese Frage beschäftigte kürzlich das Amtsgericht München (Urteil vom 08.04.2014, Az.: 331 C 34366/13).  Der Bundesgerichtshof hatte bereits mehrfach entschieden, dass in Bagatellschadensfällen die Kosten eines Sachverständigen nicht erstattungsfähig sind. Wann ein Bagatellschaden vorliegt, ist aus Sicht eines wirtschaftlich denkenden, verständigen Geschädigten zu bestimmen. Hätte ein verständiger Geschädigter einen Sachverständigen eingeschaltet oder hätte ein kostengünstigerer Kostenvoranschlag einer Werkstatt eingeholt werden können. Ein Sachverständigengutachten darf also nicht routinemäßig eingeholt werden. In dem vom AG München entschiedenen Fall war ein Schaden in Höhe von 840,00 € entstanden. Das Gutachten kostete jedoch mehr als 900,00 €. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofes kommt es jedoch nicht allein auf die Höhe des Schadens an, sondern auch auf das Schadensbild. Bei einfachen geringfügigen Lackschäden ist von einem Bagatellschaden auszugehen, bei Blechschäden – unabhängig von der Höhe des Schadens – nicht. (BGH DS 2008, 104, 106) Für den Geschädigten als technischen Laien ist nämlich bei Blechschäden nicht erkennbar, ob möglicherweise verdeckte Schäden vorliegen, so dass die Inanspruchnahme eines Sachverständigen legitim ist und nicht gegen die Schadensminderungspflicht verstößt.

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