Gesetzliche Krankenversicherung / Krankengeld

Gesetzliche Krankenversicherung / Krankengeld

Nach § 48 Abs. 1
SGB V erhalten Versicherte Krankengeld ohne zeitliche Begrenzung. Für den Fall
der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit jedoch nur für längstens 78 Wochen
(546 Kalendertage) innerhalb von je drei Jahren, gerechnet vom Tage des Beginns
der Arbeitsunfähigkeit an. In der Praxis versuchen Krankenkassen daher immer
wieder Krankengeldzahlungen zu minimieren, indem sie
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der behandelnden Ärzte nicht anerkennen.
Dies ist gerade bei den psychischen Krankheiten der Fall. Als Grundlage dient
der Krankenkasse eine Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse
(MDK). Diese Stellungnahme erfolgt aber nicht auf der Grundlage einer eingehenden
Untersuchung des Versicherten sondern sie wird oft nach Aktenlage angefertigt,
was zu willkürlichen Entscheidungen führt. Dieser Praxis hat das LSG Darmstadt
eine Absage erteilt(Az. L 8 KR 228/06). Danach kann die Krankenkasse von der
Entscheidung der behandelnden Ärzte zwar abweichen, jedoch müssen die Kassen
dafür ein echtes medizinisches Gegengutachten vorlegen, das die ärztlichen
Befunde bewertet und wissenschaftlich – methodisch untersucht. Gerade bei
psychischen Krankheiten muss dabei mindestens der behandelnde Arzt befragt und
der Versicherte untersucht werden. Die Krankenkassen sind bei Verweigerung von
Krankengeld verpflichtet, von Amts wegen eigene Ermittlungen durchzuführen.
Eine Entscheidung nur nach Aktenlage reicht nicht aus und sollte daher immer
widersprochen werden.

Die
verkürzte Darstellung bedingt, dass eine vollständige Beschreibung der
relevanten Rechtslage hier nicht möglich ist und daher eine professionelle
Beratung nicht ersetzt. Trotz sorgfältiger Bearbeitung bleibt eine Haftung ausgeschlossen.

Rechtsanwalt André Trenner
, April 2009

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